The Lego Movie (USA/AUS 2014)

the-lego-movie„I only work in black. And sometimes, very, very dark gray.“ – Ein echter Schwarzseher: Batman

Ein Film über Lego? Im Ernst? Vor der eiligen Vorverurteilung sollten Skeptiker aber erst einmal durchatmen. Denn seien wir ehrlich, Spielzeug als Basis für Kinoproduktionen ist doch wahrlich keine Besonderheit. Man betrachte nur „Masters of the Universe“, „G.I. Joe“ und „Transformers“. Oder auch das „Fluch der Karibik“-Franchise, das gar auf einem Freizeitpark-Fahrgeschäft basiert. Zur werblichen Flankierung war es früher beinahe üblich, Trickfilmserien zu diesem oder jenem kindgerechten Erlebnissortiment bereitzustellen. Gemessen an den Themenparks, Hörspielen und sonstwie gearteten Nebenerwerbsmöglichkeiten im Lego-Universum ist die weltweite Vorstellung des ersten abendfüllenden Steckklötzchen-Abenteuers da doch fast als überfällig zu erachten.

Mit dem stellen die „21 Jump Street“-Regisseure Phil Lord und Chris Miller ihren ersten Animationsfilm vor. Der bietet kleinen und großen Kindern turbulente und überraschend witzige Einblicke in den Alltag der riesigen Figurenfülle. Denn natürlich wird das vielseitige Angebot an Lego-Spielzeug gebührend vorgestellt. Das große Plus dabei liegt jedoch in der ironisch nostalgischen Einflechtung klassischer Bausätze und Elemente (einschließlich Duplo), so dass der Wiedererkennungswert für alle Altersklassen beträchtlich ausfällt. Im Zentrum der Geschichte steht Bauarbeiter und Musterkonformist Emmet (in der Originalfassung gesprochen von Chris Pratt, „Her“), der dem streng vorgezeichneten Trott seiner Plastikwelt mit unerschütterlichem Frohmut begegnet.

Das jedoch ändert sich, als er auf der Baustelle in ein Loch purzelt und ihm fortan der sagenumwobene Widerstandsstein am Rücken haftet. Einer Prophezeiung des kauzigen Vitruvius (Morgan Freeman) zufolge kann mit ihm der böse Plan von Lord Business (Will Ferrell) vereitelt werden, der die Lego-Welt mit Sekundenkleber nach seinen Vorstellungen prägen will. Wie der vom Untergrund und insbesondere Kampfamazone Wyldstyle (Elizabeth Banks) ersehnte Auserwählte verhält sich der ahnungslose Emmet allerdings nicht. Mit einer breiten Truppe an Kollaborateuren, darunter Batman (Will Arnett) und Unikitty (Alison Brie) sagen die Rebellen Lord Business und dessen Vorkämpfer Bad Cop (Liam Neeson) den Kampf an und geben Emmet Gelegenheit, sich als der in ihn gesetzten Erwartungen nachhaltig würdig zu erweisen.

Die sich in herrlich steifer Stop Motion-Manier vorwärtsbewegenden Figuren bleiben einer selbstironischen Betrachtung unterworfen, die sich auch in liebevollen Details (Rauchwolken und Wasserfontänen werden durch viele kleine Legosteine abgebildet) widerspiegelt. Zwar darf eine kindgerechte Moralvermittlung nicht fehlen, doch bleibt diese im Wirbel der versponnenen Ideenfülle eher eine Randerscheinung. Die kaum Verschnaufpausen einräumende Wundertüte weist dabei einen Hang zur optischen Reizüberflutung auf, bietet über die rund 100-minütige Spielzeit aber ein sympathisch übermütiges Füllhorn an Ideen und Hommagen (u.a. in Richtung „Star Wars“). Dass mit den finalen Realszenen, bei denen Will Ferrell den gottgleichen Mann von oben spielt, ausgerechnet auf der Metaebene ein Teil des Reizes verloren geht, mindert das hohe Spaßpotenzial dieses Computertrickfilms schlussendlich aber nur marginal. Auf solche Unterhaltung kann man wirklich bauen.

Wertung: 7.5 Stars (7,5 / 10)

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