Seed 2 – The New Breed (CDN/USA 2014)

seed-2Viele Werke von Uwe Boll sind so schlecht, dass die Ankündigung einer Fortsetzung wie eine Drohung wirkt. Dennoch (oder gerade deswegen) brachten es „BloodRayne“ und „Schwerter des Königs“ auf bislang je drei Teile. Von diesen losgelöst zu betrachten sind die Sequels von „Alone in the Dark“ und jüngst „Seed“, die Boll zwar produziert hat, den Platz auf dem Regiestuhl jedoch anderen überließ. Bei „Seed 2“ ist es Marcel Walz („Raw – Der Fluch der Grete Müller“), der auch als Produzent fungierte sowie Drehbuch und Produktionsdesign besorgte. Das Resultat, man mag es kaum glauben, ist mies. Und zwar so mies, dass Bolls Original dagegen fast wie ein ordentlicher Film wirkt.

Walz steigt gleich mit dem Missbrauch einer wimmernden jungen Frau mit einem Pistolenlauf ein. Der Täter ist Max Seed (auch Stunt-Koordinator: Nick Principe, der ChromeSkull aus „Laid to Rest“), der maskierte Serienkiller, der mit Bolls ursprünglicher Darstellung des Sicko-Schlitzers aber lediglich den Namen und das abgefuckte Äußere teilt. Die Vergewaltigung mit/durch die vorgehaltene Waffe mündet in einen Schuss – und eröffnet einen Visuell bemüht schäbigen Reigen, der das US-Terrorkino der Siebziger (allen voran Vertreter wie „Last House on the Left“ oder „The Hills have Eyes“) bedient, ohne auch nur ansatzweise deren Intensität zu erreichen.

Wenn man Walz eines zugutehalten kann, dann ist es eine gewisse Unvorhersehbarkeit. Nur ist das Abspulen der altbekannten und wenig reizvollen Plotte – vier Freundinnen geraten auf dem Rückweg vom Junggesellinnenabschied an Seed und andere Psychopathen – von abrupten Zeit- und Handlungssprüngen durchzogen, die den schalen Reißer unnötig kompliziert erscheinen lassen. Irgendwo dazwischen schaut auch Nacktmatrize Micaela Schäfer vorbei, kriecht unbekleidet über felsigen Grund und wird sogleich von Seed ausgemerzt. Woher sie kommt? Wen interessiert das schon.

Der mit digitaler Handkamera in der felsigen Einöde gedrehte Streifen ist blutiger, bemüht verstörender Schund ohne Spannung oder Geschick. Am Schicksal der Mädelsgruppe um Olivia (Christa Campbell, „Spiders 3D“) und die kommende Braut Christine (Natalie Scheetz, „Madison County“) nimmt der Zuschauer keinen Anteil. Zu flach sind die Charaktere, deren Beziehung zueinander von Alibigewäsch und Zickenkrieg begleitet wird. Nur in Christine muss mehr stecken, für die die Verunstaltung des eigenen Körpers ein probates Mittel scheint, mit nie verwundenen Traumata fertig zu werden.

Ein Anhalter ohne Belang und eine Psychopathin in Polizeiuniform bringen das Sterben in Gang. Die Mörder um Seed sind in göttlicher Mission unterwegs, nageln eine der jungen Frauen in den steinigen Grund und schneiden ihr noch einen Finger ab, der an der später traktierten Prothese aber wieder angewachsen ist. So verpufft selbst das Körpertraktat in Großaufnahme an der durchweg billigen Machart. „Seed 2“ ist mies gespielter und akut spannungsfreier Horror-Schund in C-Movie-Manier, der den Geduldsfaden durch Zusammenhangslosigkeit strapaziert. Da wünscht man sich glatt Uwe Boll zurück auf den Regiestuhl.

Wertung: 1.0 Stars (1,0 / 10)

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