Leviathan (USA 1989)

leviathanEs gibt zahlreiche Filme, die nach langer Phase des Vergessens auf DVD (aktuell auch Blu-ray) späte Rehabilitation erfahren. Einer davon ist der Tiefsee-Grusler „Leviathan“, den „Rambo 2“-Regisseur George P. Cosmatos in der verschwindend kurzlebigen Trendperiode unter dem Meeresspiegel angesiedelter Sci-Fi- und Monsterstreifen in die Kinos scheuchte. Dabei steht sein Beitrag Sean S. Cunninghams „Deep Star Six“ deutlich näher als James Camerons „Abyss“, die ebenfalls 1989 um die Gunst des Publikums buhlten. Der Vergleich lohnt. Unerklärlich scheint nur, warum ausgerechnet der gemessen an „Deep Star Six“ besser produzierte und namhafter besetzte „Leviathan“ in der Versenkung verschwand.

Unter mäßig arbeitnehmerfreundlichen Bedingungen baut ein Minenteam in der Tiefe des Ozeans für einen Großkonzern Edelmetall ab. Leiter der Operation ist Geologe Steven Beck („RoboCop“ Peter Weller), der jedoch Probleme hat, sich den Respekt der Tauchmannschaft – u.a. Ernie Hudson („Ghostbusters“), Amanda Pays („Max Headroom“) und Hector Elizondo („Pretty Woman“) – zu verdienen. Kurz vor Ende der Einsatzzeit stößt Lustmolch Sixpack (Komödien-Star Daniel Stern, „City Slickers“) auf ein gesunkenes russisches U-Boot und kann aus dem Innern einen Safe bergen. Im Nachlass findet er eine Flasche Fusel und leert selbige im stillen Kämmerlein. Nur hat der Kater am Morgen tödliche Folgen.

In der Pulle befand sich nämlich kein Schnaps, sondern ein die Genetik veränderndes Serum, das die fiesen Russen unbemerkt an ahnungslosen Kameraden erprobten. Und weil Doc Thompson („Rambo“-Ziehvater Richard Crenna) den Leichnam in prominenter Nähe zum Rest der Crew lagert, kann das aus Sixpacks Körper mutierende Fischmonster auch ungehindert ausbüxen und Unheil stiften. Wer will, kann sich dabei am unverhohlenen Plagiatismus stören, mit dem Cosmatos sowie das Autorengespann David Webb Peoples („Blade Runner“) und Jeb Stuart („Stirb langsam“) die Klassiker „Alien“ und „The Thing“ bemühen. Aber die Machart bleibt kompetent. Warum also beschweren?

Die ihre Opfer absorbierende Kreatur – übrigens aus der Monsterschmiede des legendären Stan Winston („Terminator“) – lässt die Überlebenden bald mit dem Mut der Verzweiflung den Gegenschlag proben. Denn der von Meg Foster („Blinde Wut“) repräsentierte Konzern findet allerhand Ausflüchte, um einer Rettungsmission zu entgehen. Also ist Rennen, Retten und Flüchten auf beengtem Raum angesagt, bis die zündende Fluchtidee Realität werden kann. Allseits bekannt sind die hier versammelten Elemente unbedingt und auch wenn die Darsteller (immerhin Daniel Stern schlägt B-Film-gerecht über die Stränge) phlegmatisch bleiben, schafft der weitgehend im Trockentank gedrehte Unterwasser-Horror eine solide Schaueratmosphäre. Schade nur, dass das übereilte Finale sämtliche Klischee-Register zieht.

Wertung: 5.0 Stars (5,0 / 10)

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