I, Frankenstein (USA/AUS 2014)

i-frankenstein„I am like no other.“ – Einzig, nicht artig: Adam

Frankensteins Monster zählt zu den zeitlosesten Kreaturen des Grusel-Genres. Neben Dutzenden Verfilmungen stand Mary Shelleys Schauernovelle auch für die Comic-Reihe „I, Frankenstein“ Pate. In der bekommt es der aus Leichenteilen zusammengeschusterte Patchwork-Untote mit den Mächten der Hölle zu tun. Eine solch eigenwillige Ergänzung zu klassischen Horrormythen kann zweifelsfrei Spaß bereiten. Gerade um den ist es in der viel zu ernst aufgezogenen und überdies hastig abgehandelten Verfilmung von „30 Days of Night“-Autor Stuart Beattie aber erstaunlich schlecht bestellt.

Der Plot knüpft unmittelbar ans Ende von Shelleys Vorlage an. Im ewigen Eis ist Viktor Frankenstein, fehlgeleiteter Schöpfer der Kreatur (Aaron Eckhart, „The Dark Knight“), Ende des 18. Jahrhunderts zugrunde gegangen. Sein unsterbliches Vermächtnis bringt ihn heim und beerdigt ihn auf dem Familienfriedhof. Nach verdichteter Arbeit wird das vernarbte Fleischpuzzle von Dämonen attackiert, die er mit Hilfe zweier Gargoyles (ihr wisst schon, lebendige geflügelte Statuen) überwältigen kann. Deren Königin Leonore (Miranda Otto, „Der Herr der Ringe“) gibt ihm den Namen Adam und versucht ihn für die gerechte Sache zu rekrutieren.

Aber seinen Part im aufziehenden Krieg nimmt er nur widerwillig ein. Denn eigentlich will die gebeutelte Kreatur nur ihren Frieden finden. In der filmischen Gegenwart greift Adam trotzdem in den Kampf ein. Denn nachdem die Gargoyles von Dämonenfürst Niberius („Underworld“-Unhold Bill Nighy) aufgerieben wurden, ist es an ihm, dem nach Menschheitsvernichtung trachtenden Finsterling die Stirnnaht zu bieten. Jener will mit der nichtsahnenden Wissenschaftlerin Terra (Yvonne Strahovski, „Dexter“) den Tod überlisten und forscht nach Wegen, verstorbenes Gewebe zu reanimieren. Klar, dass Frankensteins Monster da noch ein Wörtchen mitzureden hat.

Beatties Fantasy-Spektakel gibt sich effektreich, bleibt aber papierflach und gleichsam arg unoriginell. Die Action erweist sich als blutleer und beliebig, den Figuren mangelt es an Kontur. Selbst Hauptdarsteller Eckhart, ein zweifelsfrei talentierter Mime, lässt sich allein auf wütende Blicke und markiges Knüppelschwingen reduzieren. Überzeugungskraft resultiert daraus kaum. Optisch irgendwo zwischen „Underworld“, „Blade“ und „Van Helsing“, bleibt der Film wie Frankensteins Monster: seelenlos und vage aus verschiedenen Körpern zusammengenäht. Und da auch die Computertricks und Masken nicht über solide Mittelpracht hinausreichen, können selbst eingefleischte Comic-Wertschätzer getrost wegsehen.

Wertung: 4.0 Stars (4,0 / 10)

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