12 Years a Slave (USA/GB 2013)

12-years-a-slave„I don’t want to survive. I want to live.“ – Solomon Northup

Die Geschichte von Solomon Northup ist nicht nur wahr, sie ist auch zutiefst erschütternd. Vor allem, weil sie auch heute noch von erschreckender Aktualität ist. 1841 wird der als freier Mann im Staate New York lebende Afroamerikaner, ein geachteter Musiker, für ein Engagement nach Washington gelockt. Doch vor Ort wird er gefangen, entrechtet und als Sklave in die Südstaaten verkauft. Dort fristet er über die kommenden 12 Jahre ein Dasein als menschliches Eigentum, mit dem Verfahren werden kann, wie es dem Besitzer beliebt. Die Bedingungen, unter denen Salomon Zwangsarbeit verrichten muss, sind barbarisch. Umso schwieriger fällt es, die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung mit seiner Familie nicht zu verlieren.

Seine Erlebnisse hat er nach seiner kaum mehr für möglich gehaltenen Freilassung, niedergeschrieben. Regisseur Steve McQueen („Shame“) hat daraus ein kraftvolles Drama gemacht, das völlig zu Recht mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet wurde. Unter den Prämierten ist neben McQueen auch Brad Pitt („Moneyball“), der produzierte und zudem eine kleine Rolle übernahm. Der als bester Hauptdarsteller nominierte Chiwetel Ejiofor („Children of Men“) spielt jenen Solomon Northup mit großer Überzeugungskraft. Die bleibenderen Eindrücke hinterlassen jedoch andere. Michael Fassbender (dreht mit McQueen „Hunger“ und „Shame“), ebenfalls Oscar-nominiert, etwa brilliert als trinksüchtiger und aufbrausender Plantagenbesitzer Edwin Epps.

Er kauft den von Menschenhändlern (u.a. Paul Giamatti, „The Ides of March“) zuerst an den gutmütigen Ford („Sherlock“-Star Benedict Cumberbatch) veräußerten Solomon, nachdem der sich dem Traktat der Sklaventreiber (darunter Paul Dano, „There Will Be Blood“) widersetzt und seinen Herrn damit selbst in Misskredit gebracht hat. Das Leben für die Sklaven unter Epps ist deutlich härter. Wenn er die Leibeigenen nicht selbst schindet, sorgt seine Frau (Sarah Paulson, „American Horror Story“) dafür, dass an Peitschenhieben nicht gespart wird. Ihr Zorn gilt vor allem der jungen Patsey (intensiv und Oscar-prämiert: Lupita Nyong’o, „Non-Stop“), die Epps vergewaltigt, wenn es ihm beliebt.

Die Bilder in „12 Years a Slave“ sind nüchtern, die Tonalität bleibt frei von Überdramatisierung. Gerade deshalb geht die aufgezeigte Barbarei so nahe. Wenn man dem Film eines ankreiden kann, dann, dass die Zusammenfassung von 12 Jahren in rund 130 Minuten kaum mehr als einen oberflächlichen Blick auf die Gräuel der Sklaverei im Allgemeinen und das tragische Schicksal eines freien Mannes im Speziellen erlaubt. Solomon Northups Buchvorlage wurde durch die internationale Beachtung des Films zum Bestseller. So lange Zwangsarbeit und Ausbeutung in vielen Teilen der Welt noch immer alltäglich sind, wird sein mahnendes Vermächtnis große Bedeutung haben.

Wertung: (8,5 / 10)

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